Reitclub Halali e.V. München

Gegründet 01. Februar 1929

 

In der Presse

 

Aus dem Sattel ins Café Der Münchner RC Halali legt Wert auf Tradition und Geselligkeit

11. April 2009

 

Der Sport gerät zur schönen Nebensache

 

Wer meist ein Leben im Verborgenen geführt hat, der hat für große Gesten in der Regel nicht viel übrig. Insofern wird es auch kaum jemand gewundert haben, dass man auch dem großen Tag des Reit-Clubs Halali kaum anmerken konnte, dass er ein besonderer war. Vielleicht waren es ja ein paar Leute mehr als sonst, die sich da in die kleine Galerie der alt ehrwürdigen Universitätsreitschule drängten. Vielleicht war die Stimmung eine Spur andächtiger und vielleicht galoppierten die Pferde ein wenig aufrechter als gewöhnlich durch den düsteren Innenraum. Aber so recht zeugten nur ein paar Zettelchen an der Wand davon, dass hier eine Institution Geburtstag feierte.

 

Irgendwie typisch für diesen Klub, der sich mit seinen nunmehr 75 Jahren mit Fug und Recht als ältester Vertreter seiner Disziplin in München bezeichnen darf. Der Reit-Club Halali München hat selten lautstark auf sich aufmerksam gemacht. Er hat keine Reiter, die auf den Anlagen dieser Welt Medaillen sammeln würden. Er ist kein Treffpunkt der Massen. Dieser Verein führt sein Leben im Kleinen. Und er tut es gerne. "So haben wir schon etwas von einer Familie", sagt Bernd Neuß, ein Halali-Urgestein. Und genau dieses Gefühl ist es, das die rund 60 Mitglieder, die der Verein heute unter seinem Dach vereint, zusammenhält.

 

Wer einmal dazu gehört, den stört es nicht, dass Halali sportlich eigentlich wenig zu bieten hat. Selbst die wöchentliche Übungsstunde, die Dusan Tavornak, der Pächter der Reitschule am Englischen Garten, dem Urgestein der Münchner Reit-Clubs vorbehalten hat, ist für die Reiter nur gegen bare Münze zu haben. 19 Euro muss schon auf den Tisch legen, wer auf einem der Pferde, die die Schule ihren Gästen zur Verfügung stellt, an seinen Künsten feilen will.

 

"Keine Frage, das ist schon auch Geld intensiv", sagt Klub-Sprecherin Ellinor Gaaz. Aber der Sport ist für die "Halalier" ja auch gar nicht unbedingt der Hauptinhalt des Klublebens. Was sich auch bestens daran ablesen lässt, dass sich nur rund ein Drittel der Mitglieder als "Aktive" bezeichnen wollen, die von Zeit zu Zeit auch einmal bei Turnieren und Vergleichswettkämpfen mit den Vereinen der Umgebung in Erscheinung treten.

 

Im Mittelpunkt steht das Gesellschaftliche. Von den gemeinsamen Klubausflügen bis hin zu jener Tradition, die dem Verein einst maßgeblich bei der Namensgebung half: Einmal im Jahr, immer im Herbst, stellt der Verein im Englischen Garten eine Fuchsjagd nach. Und die Macher des Klubs wachen ziemlich eifersüchtig darüber, dass ihr funktionierendes Biotop inmitten der Großstadt nicht von außen in Schieflage gebracht wird. Wer sich dem RC Halali anschließen will, der muss nicht nur gut reiten können, sondern auch menschlich ins Gefüge passen.

 

Was Klubchef Andreas Schmitz und Kollegen in der Regel lieber nicht dem Zufall überlassen wollen. Man betreibt keine offene Mitgliederwerbung. Geeignet erscheinende Kandidaten werden in der Reitschule von Zeit zu Zeit gezielt angesprochen. Wer meist ein Leben im Verborgenen geführt hat, der möchte eben auch gerne im Verborgenen bleiben.

26.07.2013

 

Auf die Sprünge helfen

 

Vom Bärenzwinger zum Reitstall: Die Geschichte der Universitätsreitschule am Englischen Garten

 

Reiten mitten in der Großstadt, im Herzen von München, am Englischen Garten: Das sei deutschlandweit einmalig, ist der Pferdewirtschaftsmeister, Pächter und Geschäftsführer der Universitätsreitschulen GmbH Dusan Tovarnak überzeugt. Der internationale Springreiter ist seit 2000 Chef der traditionsreichen Universitätsreitschule in der Königinstraße Nr. 34, die einst durch großzügige Stiftung zum Schmuckstück der Ludwig-Maximilians-Universität wurde. Noch immer werden dort Pferde und Reiter ausgebildet. Auch für Kost und Logis der edlen Vierbeiner im Ambiente des denkmalgeschützten Gebäudes der Universitätsreitschule ist gesorgt. Neben der historischen Reithalle mit darunter liegenden Stallungen für rund 50 Schul- und Freizeitpferde gibt es eine neu gestaltete Außenanlage, Paddocks, Scheune, Solarium, Waschbox sowie einen überdachten Voltigierplatz auf einem insgesamt 3000 Quadratmeter großen Gelände. Alteingesessene Vereine, wie der Reitclub Halali, der 1929 gegründet wurde und seit 1950 seine Clubstunden in der Universitätsreitschule abhält, die Reitabteilung des SV Weißblau-Allianz München sowie der ARC (Akademische Reitclub München) haben hier ein exklusives Zuhause gefunden. Legendär sind auch die Faschingsveranstaltungen sowie zahlreichen Turniere im Englischen Garten.

 

„Zur Ertüchtigung der Jugend und Verhinderung zu frühen Alterns" wurde die moderne Reitsportanlage 1927 nach den Plänen des Münchner Architektenduos Eugen Hönig und Karl Söldner als Pavillongebäude mit Ehrenhof in neuklassizistischer Formensprache gebaut. „Die Professoren Hönig und Söldner in München zeigen auch an ihren neuesten Bauten wieder, dass man die Grundform zur Wirkung bringen kann, dass man die Zweckhaftigkeit betonen kann, ohne in dogmatische Starrheit zu verfallen", schrieb G. Steinlein 1928 im Fachblatt Die Bauzeitung und urteilte über die Architektur: „Die Bauten der genannten Baukünstler haben Stimmung und Wärme, ohne romantisch oder gar sentimental zu sein."

 

Die Innenausstattung lieferten die Hofmöbelfabrik Ballin, die Vereinigten Werkstätten und die Bauschreinerei Wanner. Als „sprechender" Fassadenschmuck wurde über dem Haupteingang die Figur des Amors als Postillon angebracht. Die Bauplastik gibt es längst nicht mehr – heute liest man dort „Gaststätte Universitäts-Reitschule" in blauer Leuchtschrift.

 

Das Grundstück zwischen Königinstraße und Schwabingerbach, ein Teil des sogenannten Rosipal-Parks wurde „zu überaus günstigen Kaufbedingungen" 1926 von der zwei Jahre zuvor gegründeten Bayerischen Reitschule AG unter Leitung der Brüder Otto und Hermann Freiherr von Faber du Faur erworben, die auch die Baukosten von 585 000 Mark übernahmen.

Schon bald nach Eröffnung von Münchens erstem Zoo wurde in einem dort 1823 errichteten Parkschlösschen eine Restauration eingerichtet. (Foto: Archiv)

An der Stelle des an den Hang gebauten, ockergelben Pavillongebäudes mit zwei großzügigen Besuchertribünen befand sich ehemals ein Bärenzwinger inmitten Münchens erstem öffentlichen Zoologischen Garten, in den das Publikum ab 23. Juli 1863 strömen durfte (im Winter blieb die Anlage geschlossen). Die Gehege und Tierhäuser waren systematisch nach Tierarten geordnet. Wie einem Stich von C. G. Wenig zu entnehmen ist, gab es Ställe für Schafe, Ziegen und Büffel, ein Kamel- und Raubtierhaus, einen Affenpavillon, eine Eulenburg, ein Pfauentempel, eine Wolfshöhle sowie Volieren für exotische Vögel. Besucher des typisch bürgerlichen Zoos spazierten auf mäandernden Wegen durch einen Landschaftsgarten mit Weihern, Teichanlagen und Wasserfall. Der Garten umfasste einen Fläche von zehn Tagwerken und obendrein ein Grundstück von drei Tagwerken für Futterbau und Wirtschaftsgebäude. Zum Verweilen lud auch das 1823 von Métivier erbaute Parkschlösschen ein, in dem sich nun ein Restaurant befand... (Angelika Irgens-Defregger)